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Der Mittelstand ist nicht nur in seinem Heimatland Deutschland beliebt, sondern wird auch im Ausland mit Anerkennung bedacht – und manchmal auch mit einer gewissen Portion Neid. Er gilt als der David, der auf dem rauen globalen Markt gegen den Goliath der Großkonzerne kämpft und dabei oft den Sieg davonträgt, obwohl die Politik ihn allein lässt und sich lieber mit den mächtigen CEOs der Konzerne trifft.

Doch das einhellige Loblied auf den Mittelstand im gesamten politischen Spektrum darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Mittelständler sehr wohl in Ungnade fallen kann, wenn er nicht die zahlreichen Erwartungen erfüllt, die an ihn gestellt werden: Er soll großzügig ausbilden, Mitarbeiter „fair“ bezahlen, umweltfreundlich sein, regionale Feste und Sportveranstaltungen unterstützen und überhaupt soll er sich bescheiden verhalten.

Trotzdem: Solange der Mittelständler nicht aus der Reihe tanzt, darf er sich des Lobes des ganzen Landes sicher sein. Doch die Mittelständler wünschen sich laut Wahlumfragen eine ganz andere Politik, als die meisten Deutschen. Wenn hierzulande nur Unternehmer wählen dürften, hätte Schwarz-Gelb eine Zweidrittelmehrheit und die Grünen wären Oppositionsführer. Die AfD wäre nur eine kleine Fraktion. Die Linke und die SPD würden wahrscheinlich an der 5-Prozent-Hürde scheitern und wären erst gar nicht im Bundestag vertreten.

So weit geht der Liebe der Deutschen zum Mittelstand dann eben doch nicht, dass sie sich für dessen Wünsche an der Wahlurne einsetzen würden.

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