Die Welt ordnet sich neu, nicht entlang von Werten oder Verträgen, sondern entlang von Rohstoffen. Was lange als Selbstverständlichkeit galt, bricht weg: die scheinbar grenzenlose Verfügbarkeit von Energie und industriellen Grundstoffen. Der Kampf um Rohstoffe ist keine Begleiterscheinung, sondern die unsichtbare Frontlinie einer neuen Weltordnung. Wer kontrolliert, was gefördert, verarbeitet und transportiert wird, setzt die Spielregeln. Globalisierung als Friedensprojekt ist Geschichte, Abhängigkeit wird wieder zur strategischen Schwäche.
Für Deutschland und Europa ist diese Entwicklung existenziell. Der industrielle Erfolg beruhte auf der stillen Annahme, dass Energie und Rohstoffe immer verfügbar bleiben. Spätestens seit dem 24. Februar 2022 ist klar, wie trügerisch dieses Fundament war. Der Energieschock war nur der Auftakt. Der eigentliche Hebel liegt tiefer, bei Rohstoffen, die geologisch gebunden, kaum ersetzbar und global hoch konzentriert sind. Europas Achillesferse ist nicht der Mangel an Regeln, sondern der Mangel an Kontrolle über kritische Ressourcen und deren Verarbeitung.
Besonders deutlich zeigt sich das in Afrika und darüber hinaus. China sichert sich mit Infrastruktur Zugriff auf Rohstoffe, Russland mit militärischer Macht. Europa kommt zu spät und, so absurd es scheint, zögert noch weiter. Gleichzeitig entscheidet nicht allein der Besitz von Minen, sondern die Kontrolle über Raffinierung, Veredelung und technologische Schlüsselstoffe. Ohne sie geht nichts. Dieses Magazin will nicht trösten, sondern provozieren. Es zeigt, warum Rohstoffpolitik Machtpolitik ist und warum die Frage nicht lautet, ob Europa handeln will, sondern ob es sich leisten kann, es nicht zu tun.
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