Der deutsche Mittelstand galt lange als verlässlicher Kern dieses Landes. Heute klingt dieses Wort weniger nach Stärke als nach Anspannung. Wer mit Unternehmern spricht, hört keine großen Klagen, sondern eine Müdigkeit, die sich durch viele Gespräche zieht. Viele Betriebe laufen weiter, aber sie laufen unter Bedingungen, die kaum noch Fehler erlauben.
Dieses Magazin schaut dorthin, wo die großen politischen Begriffe konkret werden. In Werkhallen, Büros und Familienunternehmen wird jeden Tag entschieden, ob noch investiert wird, ob ein Auftrag angenommen werden kann, ob eine Nachfolge gelingt. Der Druck zeigt sich oft leise. Eine Anschaffung wird verschoben, eine Stelle bleibt offen, ein Plan wird kleiner. So verliert ein Standort nicht auf einen Schlag an Kraft, sondern Schritt für Schritt.
Und doch erzählt dieses Heft nicht einfach vom Niedergang. Der Mittelstand ist müde, aber nicht mutlos. Viele Unternehmer suchen weiter nach Wegen, ihre Betriebe durch diese Zeit zu bringen. Unser Juni-Magazin zeigt, warum diese Grenze jetzt so spürbar wird und weshalb Deutschlands wirtschaftliche Zukunft dort entschieden wird, wo selten große Reden gehalten werden.
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